"Nur die Ruhe!

Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut!"

(beliebte Ausrede in gescheiterten Projekten)

Als Projektnugget bezeichnet man einen wertvollen Wissensklumpen, der auf natürliche Weise entstanden ist. Projektnuggets sind unterschiedlich gross, kommen weltweit in allen Branchen und Bereichen vor und unterscheiden sich oft nicht stark von dem, was allgemein als „gesunder Menschenverstand“ definiert wird (der das einzige Gut zu sein scheint, das gleichmässig verteilt ist - es hat sich bisher noch niemand geoutet, der glaubt, zu wenig davon zu besitzen).

 

Projektnuggets entstehen durch die Erosion von erfolglosen Projektprozessen und wurden von mc2 über die Jahrzehnte gesammelt. Sie werden hier zur Stärkung der Projektbeteiligten für das selbständige und kooperative Wirken in ihrem Aufgabenkreis gesammelt und wiedergegeben. (Sehr frei nach Johann Heinrich Pestalozzi).

 

Projektnugget Nr. 1

Das wichtigste Dokument eines Projekts ist der Projektauftrag.

PM definiert im PMBOK  (6. Edition) messerscharf: „Projektauftrag entwickeln“ ist der Prozess der Entwicklung eines Dokuments, das die Existenz eines Projekts formell genehmigt, und das den Projektmanager berechtigt, Ressourcen der Organisation für Projektvorgänge einzusetzen.

Ohne klaren Projektauftrag darf kein Projekt gestartet werden.

Wie umfangreich soll ein Projektauftrag sein? Interessant ist dazu die Idee des "Commanders Intent" aus der militärischen Missionsplanung. Die "Absicht des Befehlshabers" beschreibt, wie sich der Befehlshaber das Schlachtfeld am Ende des Einsatzes vorstellt. Übertragen auf Projektmanagement ist es die Darstellung der Projektführung (Sponsor, Kundin, Projektleitung), wie die Welt nach dem erfolgreichen Projektabschluss aussehen soll. Damit wird das Projektteam befähigt, die Projektpläne an das sich verändernde Umfeld durch Initiative und Improvisation anzupassen, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren.

Ausgedrückt in der Anzahl Seiten beschränke ich den Umfang des Projektauftrags auf maximal drei Seiten.